Stefan Pölt: Lichtblick

Lichtblick

© Stefan Pölt

Kunibert, in Ketten, kauert
tief im Kerker und bedauert,
dass er einst des Königs Tante
»fette Henriette« nannte.

Lange hofft er auf ein Wunder,
dass ihn wer befreie und er
nicht in einer dunklen Ecke
seines Zellenlochs verrecke.

Und dann wird er doch tatsächlich
noch begnadigt und kommt schwächlich,
knochig und mit weißen Haaren,
raus nach sechsunddreißig Jahren.

Was die These untermauert,
dass so’n echtes Wunder dauert.

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Stichwörter:
Gedichte, Stefan Pölt, Lichtblick, Kerker, Wunder

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