Stefan Pölt: Aufgespürt

Aufgespürt

© Stefan Pölt

Von jetzt auf gleich war er verschwunden
und wurd seitdem nicht mehr gefunden.
Jetzt sitzt sie vor den Fotokisten,
fragt still »Wo bist’n?« und vermisst’n.

War es ein schreckliches Verbrechen?
Wollt sich ein Todfeind an ihm rächen?
Nach Wochen sind die Polizisten
noch ohne Spur – und sie vermisst’n.

Dann kommt heraus, er hat ’ne Neue
und zog zu ihr – das war’s mit Treue.
»Am besten wäre, du vergisst’n!«,
rät ein Freundin – sie vermisst’n!

Doch auch die Wut wird immer schlimmer,
jetzt liegt er regungslos im Zimmer.
Die Pietät schickt Fragelisten,
sie nimmt den Zollstock und vermisst’n.

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Stichwörter:
Gedichte, Stefan Pölt, vermisst

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